Filter & Hygiene
Mikrofilter
Ein Mikrofilter ist ein feinporiges Filterelement aus synthetischem Vlies in Staubsaugern, das Feinstaubpartikel abscheidet und als Motorschutz- oder Abluftfilter dient.
Definition
Ein Mikrofilter ist eine Filterkomponente in Staubsaugern und Absauganlagen, die aus elektrostatisch geladenen Synthetikfasern (Mikrovlies) oder mehrlagigen Textilschichten besteht. Seine Hauptaufgabe besteht darin, mikroskopisch kleine Schmutzpartikel, Abrieb und Feinstaub aus dem Luftstrom abzuscheiden, bevor die Saugluft das Gerät verlässt oder den Motor passiert.
Funktionsweise und Aufbau
Im mehrstufigen Filtersystem eines Staubsaugers fängt der Mikrofilter Partikel ab, die den primären Sammelbehälter oder den Staubbeutel passiert haben:
- Mechanische Tiefenfiltration: Die dichte Faserstruktur hält Schmutzpartikel durch Trägheit, Sperrwirkung und Diffusion im Vliesgewebe fest.
- Elektrostatische Bindung: Viele Mikrovliese sind elektrostatisch aufgeladen, wodurch selbst lungengängige Partikel wie Ruß, Pollen und Milbenkot angezogen und fixiert werden.
- Abscheidegrad: Standard-Mikrofilter erreichen Abscheideraten von etwa 85 bis 99 % für Partikel bis herab zu 1 bis 2 Mikrometer (µm).
Positionierung im Gerät
Mikrofilter werden herstellerabhängig an zwei Stellen verbaut:
- Motorschutzfilter: Platziert vor der Saugturbine, um den Motor vor mechanischer Beschädigung durch angesaugte Partikel zu schützen.
- Abluftfilter: Platziert hinter dem Motor, um Kohlebürstenabrieb und Reststaub aus der ausgeblasenen Raumluft zurückzuhalten.
Warum ist das wichtig?
Mikrofilter kommen primär in klassischen Beutelstaubsaugern, beutellosen Staubsaugern und automatischen Absaugstationen zum Einsatz. Während moderne Spitzenmodelle für Allergiker häufig zertifizierte Schwebstofffilter wie den HEPA-Filter nutzen, bildet der Mikrofilter in Standardgeräten die wirtschaftliche Basishygiene.
In mehrstufigen Zyklonsaugern agieren Mikrofilter häufig als Vorfilter, um nachgeschaltete Hochleistungsfilter vor frühzeitiger Verstopfung zu bewahren und den Luftdurchsatz stabil zu halten.
In der Praxis
Ein zugesetzter Mikrofilter reduziert die Saugleistung (Unterdruck) und führt zur Überhitzung des Motors. Für einen optimalen Betrieb gelten folgende Richtwerte:
- Wechselintervall: Einweg-Mikrofilter werden standardmäßig nach dem Verbrauch von ca. 4 bis 5 Staubbeuteln (spätestens alle 6 bis 12 Monate) getauscht. Viele Beutelpackungen enthalten passende Zuschnitt-Filter.
- Waschbare Filter: Ausdrücklich als waschbar deklarierte Vliesfilter unter fließendem, lauwarmem Wasser ohne Reinigungsmittel ausspülen. Vor dem Wiedereinsetzen mindestens 24 Stunden vollständig an der Luft trocknen lassen, um Schimmelbildung und Motorschäden zu vermeiden.
- Zuschnitt: Universal-Mikrofilterplatten können mit einer Haushaltsschere passgenau anhand des alten Filterrahmens zugeschnitten werden.
Häufige Fehler & Missverständnisse
- Verwechslung mit HEPA-Filtern: Ein einfacher Mikrofilter bietet nicht die Abscheideleistung eines echten HEPA-H13-Filters (99,95 % bei 0,3 µm Partikelgröße) und reicht für hochgradige Hausstauballergiker meist nicht aus.
- Reinigung von Einwegvlies: Nicht-waschbare Mikrofilter dürfen nicht mit Wasser gereinigt werden, da Wasser die elektrostatische Ladung zerstört und die Fasern verklebt.
- Feuchter Einbau: Das Einsetzen eines noch feuchten Filters in den Staubsauger führt zu Geruchsbildung und kann einen Kurzschluss der Turbine verursachen.
